L adies L ove O liver
Oberflächlich und unwissend betrachtet könnte man die Karriere von Illo durchaus als eine "Tour de Fettnäpfchen" bezeichnen, denn auf der Treppe zum Rap-Ruhm nahm der 26jährige Deutsch-Franzose aus Hamburg-Eppendorf stets die mit "Faux pas" betitelten Stufen... Beispiele, anyone? Welcher andere Rapper kann schon von sich behaupten, seinen ersten Auftritt, Playback (!), bei der Massenabfertigungs-Chart-Show "The Dome" absolviert zu haben? (Illo war 1998 das Denyo-Double beim legendären Liebeslied-Playback-Auftritt der Beginner - ohne Beginner.) Welcher andere Rapper, der 2001, auf dem Höhepunkt des Deutschrap-Booms, auch noch von den Lesern der Juice zum Newcomer des Jahres gekürt wurde, verschlief den eigenen Hype und gab der großen deutschen HipHop-Blase kein dreihundertsiebenundachtzigstes Longplay-Format? Welcher andere Rapper bastelte danach zwei Jahre an seinem Debütalbum, um nichts zu überstürzen, nur um ein paar Tage vorm finalen Mastern zu erfahren, dass das eigene Label pleite ist?
Oberflächlich und unwissend betrachtet... Doch schaut man genauer hin, könnte man ihm all dies als kongenialen Masterplan auslegen. Frei nach dem Motto: kleine Brötchen statt fettes Brot, nutzte er den Boom nicht als Mietenspender sondern als Lernphase. Er übte sich in Bescheidenheit und schärfte seine Skillz, um 2005, im Jahre 2 nach der Spreu/Weizen-Trennung, mit einen 40-Tonner voller Boss-Tunes aufzulaufen.
Nachdem ihn sein Klassenkamerad Samy Deluxe anno 97 mit dem Rap-Virus infizierte, rappte er sich, nach ersten Gehversuchen in seiner zweiten Muttersprache Französisch (zusammen mit Denyo als "Rolls Reuss" auf dem "Kurz und Schmerzlos"-Soundtrack), von Feature zu Feature in die Hamburger Hall of Fame. Egal ob beim Beginner-All-Star-Track "K2", seinen Beiträgen zum "Samy Deluxe"-Album, seinen diversen Style Liga Parts als "Rainer Knast" oder schließlich als Partner in Rhyme von Nate Dogg (!), auf Simon Vegas` "One Night Stand". Stets fragten sich die Unwissenden: Wer ist diese Mischung aus Fotomodel und Bauarbeiter, der flowt als ob es kein gestern gäbe, und sich von mal zu mal steigert wie die Staatsverschuldung? Eimsbush Entertainment wollte der lechzenden Meute keine Antwort schuldig bleiben und signte den WG- und 77er-Kumpanen von Denyo im Jahre 2000. Es folgten diverse Maxis und Tourneen, mit der Style Liga sowie als Support von Samy Deluxe und den Beginnern. Einzig und allein die LP blieb aus...
Die Jahre verstrichen und Illo verschanzte sich in Hamburger Studios, um mit den Produzenten Simon Vegas und den C.l.a.a.s.-Jungs sein lang erwartetes Debüt aufzunehmen. Ein dickes Rap-Rap-Album mit allem Pipapo, um das Phänomen Illo 77 in all seinen Facetten widerzuspiegeln. Doch leider hatte er die Rechnung ohne den Insolvenzverwalter gemacht, und so blieb das, von ihm als "Illosion" betitelte Meisterwerk, eine selbige (Masterplan, ick hör dir trapsen!)!!
Aber nun, Mitte 2004, ist die Zeit endlich reif: Er hat schon wieder ein dutzend, noch bessere Songs aufgenommen, und sein Old-School-Homie Samy holte ihn zur EMI. Die beiden besten Tracks von "Illosion", "Wehr dich!" (ein Brett von einem Track samt kongenialem Video zum Thema Gewalt an Schulen) sowie "Marseille" (eine Liebeserklärung an seine zweite Heimat) werden diesen Spätsommer als Maxi veröffentlicht. Kurze Zeit später folgt dann die erste (zweite?) LP. Er hat es, gewollt oder ungewollt, geschafft, sich der alles niederreißenden Output-Welle der letzten Jahre zu entziehen, um jetzt, nach dem großen Sturm, die gebeutelte Aufmerksamkeit auf seiner Seite zu haben. Was lange währt, wird endlich gut. Der Plan ist aufgegangen...
[Günther Krass]
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Oberflächlich und unwissend betrachtet könnte man die Karriere von Illo durchaus als eine "Tour de Fettnäpfchen" bezeichnen, denn auf der Treppe zum Rap-Ruhm nahm der 26jährige Deutsch-Franzose aus Hamburg-Eppendorf stets die mit "Faux pas" betitelten Stufen... Beispiele, anyone? Welcher andere Rapper kann schon von sich behaupten, seinen ersten Auftritt, Playback (!), bei der Massenabfertigungs-Chart-Show "The Dome" absolviert zu haben? (Illo war 1998 das Denyo-Double beim legendären Liebeslied-Playback-Auftritt der Beginner - ohne Beginner.) Welcher andere Rapper, der 2001, auf dem Höhepunkt des Deutschrap-Booms, auch noch von den Lesern der Juice zum Newcomer des Jahres gekürt wurde, verschlief den eigenen Hype und gab der großen deutschen HipHop-Blase kein dreihundertsiebenundachtzigstes Longplay-Format? Welcher andere Rapper bastelte danach zwei Jahre an seinem Debütalbum, um nichts zu überstürzen, nur um ein paar Tage vorm finalen Mastern zu erfahren, dass das eigene Label pleite ist?
Oberflächlich und unwissend betrachtet... Doch schaut man genauer hin, könnte man ihm all dies als kongenialen Masterplan auslegen. Frei nach dem Motto: kleine Brötchen statt fettes Brot, nutzte er den Boom nicht als Mietenspender sondern als Lernphase. Er übte sich in Bescheidenheit und schärfte seine Skillz, um 2005, im Jahre 2 nach der Spreu/Weizen-Trennung, mit einen 40-Tonner voller Boss-Tunes aufzulaufen.
Nachdem ihn sein Klassenkamerad Samy Deluxe anno 97 mit dem Rap-Virus infizierte, rappte er sich, nach ersten Gehversuchen in seiner zweiten Muttersprache Französisch (zusammen mit Denyo als "Rolls Reuss" auf dem "Kurz und Schmerzlos"-Soundtrack), von Feature zu Feature in die Hamburger Hall of Fame. Egal ob beim Beginner-All-Star-Track "K2", seinen Beiträgen zum "Samy Deluxe"-Album, seinen diversen Style Liga Parts als "Rainer Knast" oder schließlich als Partner in Rhyme von Nate Dogg (!), auf Simon Vegas` "One Night Stand". Stets fragten sich die Unwissenden: Wer ist diese Mischung aus Fotomodel und Bauarbeiter, der flowt als ob es kein gestern gäbe, und sich von mal zu mal steigert wie die Staatsverschuldung? Eimsbush Entertainment wollte der lechzenden Meute keine Antwort schuldig bleiben und signte den WG- und 77er-Kumpanen von Denyo im Jahre 2000. Es folgten diverse Maxis und Tourneen, mit der Style Liga sowie als Support von Samy Deluxe und den Beginnern. Einzig und allein die LP blieb aus...
Die Jahre verstrichen und Illo verschanzte sich in Hamburger Studios, um mit den Produzenten Simon Vegas und den C.l.a.a.s.-Jungs sein lang erwartetes Debüt aufzunehmen. Ein dickes Rap-Rap-Album mit allem Pipapo, um das Phänomen Illo 77 in all seinen Facetten widerzuspiegeln. Doch leider hatte er die Rechnung ohne den Insolvenzverwalter gemacht, und so blieb das, von ihm als "Illosion" betitelte Meisterwerk, eine selbige (Masterplan, ick hör dir trapsen!)!!
Aber nun, Mitte 2004, ist die Zeit endlich reif: Er hat schon wieder ein dutzend, noch bessere Songs aufgenommen, und sein Old-School-Homie Samy holte ihn zur EMI. Die beiden besten Tracks von "Illosion", "Wehr dich!" (ein Brett von einem Track samt kongenialem Video zum Thema Gewalt an Schulen) sowie "Marseille" (eine Liebeserklärung an seine zweite Heimat) werden diesen Spätsommer als Maxi veröffentlicht. Kurze Zeit später folgt dann die erste (zweite?) LP. Er hat es, gewollt oder ungewollt, geschafft, sich der alles niederreißenden Output-Welle der letzten Jahre zu entziehen, um jetzt, nach dem großen Sturm, die gebeutelte Aufmerksamkeit auf seiner Seite zu haben. Was lange währt, wird endlich gut. Der Plan ist aufgegangen...
[Günther Krass]
Name: Illo The Shit
Alias: Illo; Illo 77; Rainer Knast; Royal Ress; O´Ress
Typ: MC
Genre: Hip Hop, Rap
Stadt: Hamburg - Eppendorf
Links: Home | MySpace
Alias: Illo; Illo 77; Rainer Knast; Royal Ress; O´Ress
Typ: MC
Genre: Hip Hop, Rap
Stadt: Hamburg - Eppendorf
Links: Home | MySpace
| Mitglied bei: | Chain Gang, 77er Flash, Hamburgs Finest |
| war Mitglied bei: | RSM, Team Eimsbush |
