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Feature: Dejavue

geschrieben am 05.06.2003
von Torsten Landsberg

Was lange währt wird endlich gut. So oder ähnlich könnte man den Werdegang des Berliner Rapduos Dejavue und die Entstehungsphase des Debütalbums “Naturtalent” beschreiben. Nach ihrer 2000er Erfolgssingle “2 Dumme 1 Gedanke” schien zunächst alles so zu laufen, wie man es sich als aufstrebender Underground-Act wünscht: Der Single folgten ein Majordeal und die Aussicht auf ein Album.

DejaVue

“Wir haben uns damals zu sehr nach dem gerichtet, was das Label von uns erwartet hat”, erinnert sich NO Double 79, und Kompagnon Robsen ergänzt: “Es war uns zu wichtig, den Status zu halten, den wir durch “2 Dumme” eingenommen hatten. Dadurch haben wir uns verbiegen lassen.” Was folgte, war der Einbruch des zuvor so künstlich aufgeblähten deutschen Rapmarktes und daraus resultierend das Ende der Majorbeziehung. “Wir wurden 2001 gedroppt, weil uns keine Kopie der zwei Dummen gelungen ist”, sagen beide unisono. Der bedauerlichen Entwicklung des Marktes, in dem die musikalische Entfaltung eines Acts hinter den Profitaussichten zurückstecken muß, hatten Dejavue allerdings rechtzeitig vorgebeugt.

Noch während ihres Deals bei BMG brachten sie das erste Proletenstuff-Tape ihres gleichnamigen eigenen Labels heraus. “Wir hatten vorher zu wenig Einfluß auf unsere eigene Arbeit, und durch die Tapes sind wir erwachsener und professioneller geworden”, erklärt NO 79. Nach dem zweiten Tape, das wie sein Vorgänger neue Stücke des Duos und zahlreiche Berliner Features beinhaltete, machten sich Dejavue schließlich Gedanken über die Zukunft. “Nach den Tapes war es relativ lange still um uns.

Also haben wir uns überlegt, worum es uns eigentlich geht: Geht es uns darum, Spaß zu haben und coole Mucke zu machen, die uns gefällt, oder darum, Stars zu werden und uns anpassen zu müssen”, erklärt Robsen und resümiert, daß “uns da schnell klar wurde: Wir gehen keine Gratwanderung ein, sondern ziehen unser eigenes Ding durch.” Auf dem soeben erschienenen und in kompletter Eigenregie releasten “Naturtalent” findet sich nun ein Querschnitt des Dejavue-Schaffens der vergangenen drei Jahre. “Wir hatten Tracks für ein Album fertig, als wir damals gedroppt wurden”, lacht Robsen, “die haben wir natürlich nicht alle in den Müll geworfen.” Einige der älteren Stücke wurden etwas aufgemöbelt und durch neue ergänzt; die auch in den Texten bestehende inhaltliche Vielfalt läßt eine historisch angehauchte Robespierre-Erzählung auf einen Erklärungsversuch folgen, der sich mit dem Versuch auseinandersetzt, der beste Rapper zu sein. NO 79 schließt: “Wir kombinieren Representer-Stücke und Storytelling, und ehrlich gesagt haben wir uns in der Produktion gegenseitig oft überrascht.”

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