Feature: Luke & Swift
von Alexander Reuter
Swift, der für die Produktion und Kratzer verantwortlich ist, spielte als Kind Klavier und begann mit 14 Jahren das Platten mischen. Schon mit 15 legte er in einem Club auf, mit 17 war er Resident im Hamburger Dockland. Luke begann mit 16 ernsthaft Texte zu schreiben und lernte auch etwa zu dieser Zeit Swift kennen. Später begannen sie Demos zu verschicken, allerdings waren sie mit dem Umfeld und den Verträgen der Labels nicht zufrieden. Aber da gab es noch Showdown, ein Label, das sie mögen, mit dessen Betreibern sie sehr gut klarkommen und befreundet sind. Bisher brachten sie zwei 12“ heraus, ”Bleib Cool“ (zu der es auch ein Video gab, bei dem Luke beinahe von einem Basketballkorb zerquetscht wurde) und ihre aktuelle ”In Bewegung/ Alltag“.

Es ist nicht ihr Ziel, von der Musik leben zu können, da sie so zu viele Kompromisse machen müßten. Deshalb studiert Luke, und Swift wird ebenfalls sehr bald mit seinem Studium beginnen. Abgesehen davon könnte Luke sich nicht vorstellen, jeden Tag von Gig zu Gig zu rennen. Das würde sein Leben nicht ausfüllen. Die Beats werden mit einem Akai S 3000 Sampler und einem MPC 2000 als Sequencer gemacht. Viele dachten, er hätte eine SP 12. Dabei hört sich der S3000 eigentlich sehr kühl an, meint Swift. Für ihn kommt es darauf an, welche Klänge man benutzt und wie man sie bearbeitet. Hauptsächlich sampelt er Jazz-Platten aus den 70ern (Blue Note etc.), die für den warmen Klang ihrer Musik sorgen. Die Sachen von ’93 bis ’97 sind seine Lieblinge, die er auch meistens bei Partys auflegt.
Bei seinen Raps achtet Luke auf seinen eigen Stil und versucht sich keine Vorbilder zu setzen. Eigen zu sein ist für ihn sogar wichtiger, als gut zu sein. ”Es gibt Leute, die wirklich was drauf haben. Nur braucht man das nicht, weil es das schon vorher von anderen gab.“ Wenn er unbewußt beeinflußt wurde und es hinterher bemerkt, ändert er die Idee oder verwirft sie. Teilweise wird ihm ”zu viel Müll gelabert, der einfach nur primitiv ist“, er will keine Phrasen dreschen.
Beiden ist es wichtig, den Kopf für andere Musik offen zu halten. Dazu Swift: ”Viele Kids, die jetzt HipHop hören, sind eingeschränkt und denken ‘House, was ist das denn für ´n Schrott’“. Privat macht er auch House und hört Drum N´ Bass oder Jazz. Trotzdem halten sie sich, wenn sie etwas zusammen machen, strikt an die Regeln, die sie sich selbst gesetzt haben. Live treten sie, wenn die Bühne groß genug ist, mit einer Live Band auf, eine Idee, die sie schon länger hatten. Mit dieser sind auch Aufnahmen für ihr Album geplant, das kommt, wenn es fertig ist.


