Interview: Chefket
von Cracc
Chefket veröffentlichte vor einem Jahr sein erstes Album „Einerseits Andererseits“ bei Edit Entertainment. Ein damals vereinbartes Interview kam leider nicht zu Stande. Da man Chefket auf verschiedenen Cyphers antreffen kann, liefen wir uns vor einem Monat zufällig über den Weg und vereinbarten, das geplatzte Interview schnellstmöglich nachzuholen. In diesem Kurzinterview blickt der Berliner Rapper auf das letzte Jahr zurück und gibt Ausblicke auf demnächst anstehende Projekte.

Chefket: Eigentlich dachte ich mein Album verbreitet sich wie ein Lauffeuer und jeder redet darüber. Aber dann kam die Realität. Ohne Geld für Promo kein Hype. Ohne Hype kein großes Interesse. Aber das, was wir mit EDIT ohne Budget geschaffen haben, hat mich schon erstaunt. In einem Jahr ist sehr viel passiert. Ich musste das auch selbst erst mal raffen. Ich war auf Tour in so vielen Städten, lernte viele Menschen kennen, konnte mit meiner Musik Geld verdienen und dachte: „Krass und das ist erst der Anfang! Was kommt denn noch?“
Chefket: FOUR ARTISTS macht meine Bookings und Homeground veröffentlicht mein nächstes Album gemeinsam mit EDIT. Alles läuft perfekt!
Chefket: Das einzige was mir dazu spontan einfällt sind Live-Konzerte! Aber nicht unbedingt in Berlin. Hier brauchen sie das Geld für Gras, Koks und Bier.
zugehörige VÖs:
Chefket - Einerseits Andererseits (Album - 09/2009)
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Chefket - EQ (EP - 07/2008)
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Chefket: Viele finden mich Live besser als auf Platte. Andersherum wäre es schlimm und ich würde aufhören Musik zu machen. Und dadurch, dass ich oft als Vorband aufgetreten bin, weiß ich, wie ich Leute dazu bringen kann, mir zuzuhören. Und wenn sie das erst mal tun, sind sie spätestens nach dem zweiten Song Fan meiner Musik. Früher dachte ich: „Scheiße ich hab nur 30 Minuten! Ich muss so viele Songs spielen wie möglich“ Das ging übelst in die Hose. Denn meistens kennt dich kein Schwein! Und damit muss man erst mal umgehen können.
Chefket: Vielen Dank! Eine Gesangsausbildung habe ich nie gehabt. Mein Vater ist ein begnadeter Sänger und ich wurde Gott sei Dank ebenfalls mit dieser Gabe ausgestattet.
Chefket: Die Frage ist, ob Jonesmann diesen Weg einschlagen hätte, wenn er mit seinem Rap erfolgreich wäre. Seine demütigen Raps fand ich immer dope: „Staubige Straßen“ oder „Brücken“. Schade! Ich wünsche ihm viel Erfolg. Viele sagen, sie würden an meiner Stelle eine Gesangkarriere einschlagen, wenn sie so eine Stimme hätten wie ich. Aber ich liebe Rap! Wie gesagt: Singen ist meine Gabe. Dafür musste ich nichts tun. Rap ist mein Talent und setzte jahrelanges Training voraus. Die Mischung macht mich aus. Bei „Regen“ z.B. bin ich der gesamte Chor im Hintergrund. Neunstimmig!
Chefket: EDIT ist das offenste und experimentierfreudigste Label Deutschlands. Wenn einer von Edit nur singen will, dann kann er das machen. Hör dir mal „I DONT KNOW“ an oder „PANOPTICON“! Die sind fast nur gesungen. Das Hauptkriterium bei uns ist der Inhalt.
Chefket: Ja. Dennis Gläser z.B. schickt mir welche zur Inspiration. Manche Sachen lasse ich dann wahrscheinlich auch Remixen. Mal sehen was dabei entsteht. Von Krutsch hab ich auch ein paar gepickt. DJ Werd hat mir neulich einen geschickt, den habe ich 2 Stunden so laut wie möglich im Loop gehört, gefreestyled und abgefeiert bis der Nachbar runter kam. Vielleicht kommt auch was aus dem EDIT-Haus. Ich muss mal fragen. Gleichzeitig schreib ich mit Amewu am „Krieger des Lichts“ Album. Mit S-Rok kommt auch noch was. Aber mein nächstes Solo-Album entsteht. Ich habe von ca. 30 neuen Songs einen behalten und wieder von vorn angefangen. Es soll ja nicht nur gut werden. Das erste Album ist unter katastrophalen Umständen entstanden. Zeitweise keine Wohnung usw. Jetzt nutze ich die Ruhe in meinem Kopf und übernehme bald die Weltherrschaft. Es wird schön.
Chefket: Mein Soloalbum und "KDL" kommen definitiv im nächsten Jahr raus.




