Interview: Culcha Candela
von Paul Schlagk
Culcha Candela, der Name dürfte inzwischen nicht nur Berliner Clubgängern ein Begriff sein. Sie eröffneten Abend für Abend die letzte Deutschlandtour der Saïan Supa Crew und fanden auch ansonsten häufig den Weg aus der Hauptstadt, um andere Bühnen zu entern. Mit jeweils einem Song auf der Riddim-CD-Beilage und der Karneval-der-Kulturen-Compilation sind derzeit zwar erst zwei ihrer Stücke veröffentlicht, trotzdem war es für mich Zeit, Don Cali, Johnny Strange, Lafrotino, Mr. Reedoo, DJ Style, Itchyban und Larsito einige Fragen zu stellen.

Itchyban: Wir glauben fest daran, das uns das Schicksal zusammengeführt hat. Zuerst haben Lafrotino, Johnny Strange und ich zusammen Musik gemacht und dann kamen die anderen dazu. Zu siebt sind wir mittlerweile seit einem Jahr. Wir hatten alle den gleichen Traum, die Musik zu machen, die wir gerne hören würden, aber nicht gekriegt haben. Wir wollten unterschiedliche Sprachen und Stile mischen, inzwischen machen wir HipHop, Reggae, Dancehall und Salsa auf Spanisch, Englisch und Deutsch.
Mr. Reedoo: Bei uns gibt es keinen, der die Sache allein in die Hand nimmt und die Lieder schreibt. Die Songs entstehen in erster Linie zusammen. Wir wählen uns Riddims von Krutsch aus, überlegen uns das Thema, sammeln Ideen und schmeißen das dann bei der Probe zusammen.
Itchyban: Ja, das ist Teil des Culcha-Sounds. Wenn es Krutsch nicht gebe, würde diese spezielle Mischung auch nicht entstehen. Er gibt halt auch seine ganze Kreativität dazu.
DJ Style: Ich denke, er ist die Schnittstelle, wo alle musikalischen Fäden zusammenlaufen. Er bastelt dann alles zusammen.
zugehörige VÖs:
Culcha Candela - Das Beste (Best Of - 10/2010)
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Culcha Candela - Move It (Single - 10/2010)
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Culcha Candela - Somma im Kiez (Single - 05/2010)
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Culcha Candela - Eiskalt (Single - 03/2010)
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Culcha Candela - Monsta (Single - 10/2009)
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Itchyban: In den Lieder geht es größtenteils um Unity, mehr Selbstinitiative, über den Tellerrand gucken, aus dem Arsch kommen, ernste Texte, aber auch Partytexte. Wir mögen auch Ladies und Partys, aber wir machen auf gar keinen Fall Battle-Rap. Wir stehen für Unity und kulturelle Zusammenkunft, besser gemeinsam als gegeneinander.
Lafrotino: Ich verstehe das und hab das auch schon mal gehört. Ich kenne mich schon ein bisschen in der Berliner HipHop-Szene aus und weiß, was da so üblich ist. Ich komme aus Kolumbien und bin noch nicht lange hier in Deutschland, aber ich finde, als Künstler muss man keine Boygroup sein, nur wenn man etwas mehr Ordnung auf der Bühne hat. Tanz gehört für mich als Südamerikaner dazu. Wir sind sieben Jungs und das kann sehr chaotisch auf der Bühne aussehen, also überlegen wir uns ein paar Sachen. Die Leute hier kennen das nicht, und wenn jemand etwas nicht kennt, probiert er es in die nächste Schublade einzuordnen. Die nächste Schublade ist wahrscheinlich ”Boygroup“, weil wir so unterschiedlich aussehen und die Ladies sagen, wir sehen dazu noch gut aus. (Gelächter von der ganzen Truppe)
Itchyban: Es ist ja auch ein Unterschied, ob du mit Schienbeinschonern durch die Gegend rutschst und Salti vorwärts machst oder ob du traditionelle Tänze aus Afrika oder Südamerika einbringst. Wenn man einmal in einer Reihe steht pro Lied, ist das keine Boygroup-Choreographie. Aber whatever, ich habe das jetzt ehrlich gesagt zum erstenmal gehört und wir müssen uns ja auch nicht rechtfertigen. Die Leute können zu unseren Shows kommen und selbst entscheiden.








