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Interview: Eko

geschrieben am 07.04.2002
von Winfried Pitpitunge

Royal Bunkers erster Künstler, der nicht aus dem Berliner Umfeld kommt, heißt Eko, stammt aus Mönchengladbach und rappt laut Staiger: "Unangestrengt, mit Flow und ohne komische Gimmicks." Dem hab ich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht, daß er ein bißchen wie Savas klingt.

Eko Fresh
Bassdraft: Mit welchem Element hast du angefangen, dich auseinanderzusetzen?

Eko: Ich habe mit Rap begonnen, und im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen, die ich kenne, habe ich nicht viel mit den anderen Elementen am Hut. Ich kenne viele DJs, ich liebe Musik, konnte aber nicht die DJ-Laufbahn einschlagen, da ich kein Geld für Plattenspieler hatte; fürs Sprühen und Breaken habe ich mich nicht so kraß interessiert, wenn B-boys tanzen, gucke ich aber gerne zu.

Bassdraft: Wann hast du mit dem Rappen angefangen?

Eko: Ich war so 13/14 Jahre alt, als ich meine ersten Texte geschrieben habe. Die waren alle noch auf Englisch. Allerdings war das noch nicht so regelmäßig, mit der Zeit ist alles professioneller geworden. Als ich 16 war bin ich auf Savas gestoßen und seitdem rappe ich auf Deutsch.

Bassdraft: Produzierst du auch schon?

Eko: Ich möchte mir eine MPC kaufen und generell Equipment, wenn ich das erste Mal richtig Geld sehe. Aber das liegt noch in weiter Ferne, momentan rappe ich primär zu Beats von Melanie, Savas und befreundeten Produzenten.

Bassdraft: Wie kam der Kontakt zu Savas und Staiger?

Eko: Mit 16 habe ich Savas auf einer Jam in Köln kennengelernt und ihm da schon mal ein Tape von mir gegeben. Savas fand die Ansätze ganz okay, aber es war noch nicht richtig gut, der hat sich daraufhin auch nicht bei mir gemeldet. Allerdings, wenn ich jetzt zurückdenke, dafür, daß ich erst 16 war, war es schon gut. Zu meinem 17. Geburtstag hab‘ ich eine Party organisiert und dafür Savas beim Staiger gebucht, damals war er noch nicht so teuer. Nach dem Auftritt haben dann Savas und so bei mir gepennt, ich sollte ihm was vorrappen, er wußte ja von dem Tape, daß ich rappe. Dieses Mal fand er es tight. Er meinte dann, er würde mir Beats schicken, was er aber nicht gemacht hat. Dann hab ich noch mal nachgehakt, und da meinte er, ich solle bei ihm vorbeikommen. Die ersten zwei Stücke von meiner EP sind aus dieser Zusammenarbeit. Seitdem kennen wir uns und verstehen uns auch immer besser.

Bassdraft: Welche Nationalität hast du?

Eko: Ich hab‘ einen türkischen Paß, die deutsche Staatsangehörigkeit habe ich jetzt beantragt. Hab‘ da voll viel Streß mit und finde es eine Frechheit, daß man da so einen richtig hohen Betrag zahlen muß, für Leute, die nicht so viel Geld besitzen, nur damit ich Deutscher werden kann. Das ärgert mich, weil ich mein ganzes Leben schon hier lebe und ich sogar besser Deutsch spreche, als der eine oder andere Deutsche.

Bassdraft: Letzte Worte an die Leser?

Eko: Hört euch auf jeden Fall meine EP an, und ansonsten: Bitte keine Feindseligkeiten untereinander! Ich finde es immer doof, wenn sich die Leute in den Gästebüchern völlig sinnlos beschimpfen, so was finde ich einfach nur feige, dafür ist die Mucke nicht da.