Interview: FaZ - Für alle Zeit
von Cracc
Aufgewachsen in sächsischen Torgau kam FaZ dort erstmalig über das Basketballspielen mit Rap-Musik und HipHop als Kultur in Berührung. Über die ersten Versuche mit Graffiti kam sein Künstlername FaZ zustande, den er auch beibehielt als er zum Rap wechselte. Dabei entdeckte er die Liebe zum Beatbauen und feilte sehr lange an seinem ersten Album „Für alle Zeit“, welches am 16. Juli veröffentlicht wird und Anlass zu einem Interview mit dem Wittenberger Künstler gab.

FaZ: FaZ heißt "Für alle Zeit". So auch der Name des Albums und der Name ist Programm: "...das hier ist Für alle Zeit beständig als wär Zeit vereist mal Zukunft, mal back in da days als wär ich zeitgereist..."
FaZ: Das worauf es ankommt. Ehrliche Raps und pumpende Beats die einen mitreißen. Ein Großteil der Tracks wird dem Hörer noch eine ganze Weile im Kopf bleiben - sei es nun textlich oder / und auch wegen der eingängigen Beats.
FaZ: Insgesamt kann man sagen, dass ich sehr wählerisch in Bezug auf Beats bin. Ich habe ständig nach dem perfekten Sound für das Album gesucht. Somit würde ich sagen, hat diese Suche gute sechs Jahre gedauert. Das "Resultat" klingt demnach sehr gereift, wie ich finde.
zugehörige VÖs:
FaZ - Für alle Zeit (Album - 07/2010)
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FaZ: Ich liebe diesen East Coast Sound! Der Gedanke war also schon immer da, etwas zu machen, was man auch selbst feiert. Die Umsetzung stellte sich anfangs jedoch mehr als schwierig dar. In Deutschland findet man nicht so viele Leute, die auf diesem hohem Level so einen Sound erschaffen können. Ich baue schon seit Jahren Beats und habe gute Produzenten bei diesem Album mit an Board (Kingstrumentals, Oduza, P-Age, Odaz & Baccar, Zaehre). Aber als ich Ende 2007 JuSoul kennen gelernt habe, wusste ich sofort, so muss es klingen. Seitdem haben wir zusammen gearbeitet. Der Typ ist extrem talentiert. Er ist für einen Großteil der Instrumentals und somit auch für das Klangbild des Albums verantwortlich.
FaZ: Das sollte aber nicht heißen, dass ich nur Curse feiern kann. So viele deutsche Sachen höre ich zwar nicht, aber es gibt einige Rapper in Deutschland, zu denen ich aufschaue. Die üblichen Verdächtigen, die es auch technisch und stimmlich raus haben, sind z.B. Savas, Olli Banjo, Azad, Samy Deluxe und eben auch Curse. Von den zuerst genannten bin ich beattechnisch nicht immer überzeugt. Ich feier oftmals die Rhymes, doch wenn der Beat es nicht schafft, mich mitzuziehen, dann hör ich mir so einen Track nicht noch einmal an. Das ist natürlich alles sehr subjektiv. Anderen geht es vielleicht ganz anders. Es gibt Leute, die wollen vielleicht nur Synthie Beats und können dem, wie du es vorhin so schön genannt hast, East Coast Sound nichts abgewinnen. Alles eben eine Frage des Geschmacks... und mein Geschmack sagt mir, dass Curse diesen Hip Hop Flavor hat – deshalb ist er im Video. Was aber nicht heißen soll, dass der Rest kein Hip Hop ist oder verkörpert.
FaZ: Mh!? Meinen Namen FaZ habe ich ja aus der Zeit, als ich gemalt habe. Ich war von dieser Kultur und den Elementen extrem begeistert. Angefangen hatte alles mit Basketball und Musik. Freunde begannen dann Mags und Graffiti-Videos anzuschauen. Ich habe mit 17 angefangen zu Malen und war sehr tief drin in diesem „Hip Hop Ding“. Ich war dann in einigen Crews. Auch zusammen mit Courage von den Bandits, der mit auf meinem Album gefeatured wird. Irgendwann musste ich einsehen, dass mir Beats bauen und Rappen mehr bedeuteten. Man kann seine volle Liebe nur in einem Bereich entfalten, alles andere ist zwar gut aber meistens nur gut gemeint.
FaZ: Angefangen Beats zu bauen, Texte zu Schreiben, Hang zum Freestylen, viel auf Freestylebühnen aufgetreten. Leute kennen gelernt, die einen weiter mit gepusht haben, wie z.B. Morlockk Dilemma oder Zaehre von TrueLines.
FaZ: Es ist Traurig aber wahr. Die Szene, also die echten Heads, werden immer weniger... obwohl ich inzwischen das Gefühl habe, dass der Trend sich wieder zu guter Rap-Musik hinwendet. Die Szene ist klein und Jams gibt es hier leider nicht mehr bis hin zu sehr selten. Das Schlimmste ist jedoch, dass sich die Szene hier nicht einig ist. Bei einer so kleinen Stadt wie Wittenberg wirkt sich das schlimmer aus als in Berlin, wo es nur in einigen Stadtteilen so ist. Da bleibt einem nix anderes übrig als die Flucht nach vorn. Das gute ist, dass Berlin wie auch Leipzig in nur einer Stunde mit dem Auto zu erreichen sind. Über die Jahre haben sich durch die Musik auch viele Freundschaften ergeben. Vernetzt bin ich inzwischen ganz gut mit Leuten aus Dresden, Berlin, Leipzig und dem Ruhrpott.
FaZ: Alle Feats auf dem Album kenne ich persönlich sehr gut, bis auf L.E.G.A.C.Y.. Bei ihm hatte ich angefragt und er war auch sofort begeistert vom Beat.
FaZ: Im Moment arbeite ich an einigen Features und am zweiten Album. Das wird dann nur Beats von JuSoul und mir enthalten. Verdammt guter Sound & gute Raps – Ehrensache ;)








