Interview: JAW
von Cracc
Begonnen hat alles Anfang der 2000er Jahre in einem Kaff nahe Freiburg, als JAW abgeschottet von Gleichgesinnten und Livebattles sein Interesse für Rap entdeckt und die Raptechnik mit Internetbattles zu testen und verfeinern beginnt. In Titisee-Neustad nahe Freiburg fand er dann andere Rapper mit denen er sich zu PCP zusammenschloss. 2003 folgte in Eigenregie die erste EP „Seelensturm“ und später bei Rapz Records zwei weitere Alben. Mit seinem damaligen Label-Kollegen Hollywood Hank veröffentlichte er außerdem eine Kollabo EP mit dem bezeichnenden Namen „Menschenfeind“. JAW drittes Album „Täter-Opfer-Ausgleich“ wird am 21. Mai 2010 in den Läden stehen und über sein eigenes Label Weisse Scheisse erscheinen. Welches Konzept dahinter steckt und was Dr. Jotta demnächst vor hat, gibt es in diesem Interview zu lesen.

JAW: Naja, Release ist Release. Ich arbeite da schon Schritt für Schritt und wenn ich mein Solo mache, bemühe ich mich, alle Konzentration darauf zu lenken. Deswegen ist das Teil auch ungefähr innerhalb eines Jahres entstanden und die anderen kamen vorher. Nebenher gab es natürlich jede Menge Organisationsstress.
JAW: Das Konzept stand als erstes. Ich wusste, dass ich noch ein paar Dinge für mich abarbeiten musste, um sie endlich ablegen zu können. Und ich wusste, dass es brutal werden würde. Von daher ist das Album vielleicht auch als eine Art endgültige Schlussrechnung mit der Vergangenheit zu sehen. Es hat sehr gut getan einige Lieder darauf zu machen.
zugehörige VÖs:
JAW - Täter-Opfer-Ausgleich (Album - 05/2010)
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JAW - Gehirn Im Mixer (Album - 03/2007)
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JAW - Schock für's Leben (Album - 08/2006)
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JAW - Seelensturm (EP - 09/2003)
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JAW: Überhaupt nicht, das verstehen nach wie vor viele falsch. Hauptsächlich geht es um gezielte Racheakte an Bekanntschaften aus meiner Vergangenheit. Diese sind zwar nur in den beiden TOA Tracks verwirklicht, aber diese bilden das Fundament des Albums. Drumherum rechne ich mit vielem anderen ab, aber sicher nicht mit den Hörern. Der Track „Meine Fans“ zeigt nur verschiedene Stereotypen meiner Hörerschaft auf, von welchen auch jeder einen Teil meiner selbst widerspiegelt. Hierzu wird es auch ein recht unterhaltsames Video geben. Ich denke die Leute sollten verstehen, dass sie in mir einen Repräsentanten haben, der persönliche Abgründe in schwerem Ausmaß erlebt hat, und die Welt aus einem teilweise vielleicht übersensiblisierten, aber dennoch existenten Fokus betrachtet hat und stellenweise noch betrachtet. Ich zwinge niemanden, meine Meinung zu teilen, aber ich halte es für notwendig, meiner Wut Raum zu verschaffen.
JAW: Ja. Ich bin ja auch selbst dafür verantwortlich, wie ich mit meiner Zukunft umgehe, und damit verbring ich viel Zeit. Menschen zu ändern kann man eh vergessen im Großteil, es würde auch nix bringen, würde ich bei diversen Personen vorbeifahren und die zusammentreten oder sonst was. Ich denke, ich habe es auf eine Art und Weise beglichen, die für mich auch produktiv ist. Außerdem wäre mehr Aufwand auch übertrieben, ich hab genug zu tun in meiner aktuellen Lebensphase.
JAW: Das Album erfüllt schon auch einen gemeinschaftlichen Zweck. Ich zeige Dinge auf, die schief laufen und schief gelaufen sind. In persönlicher wie westeuropäisch-soziokultureller Sichtweise. Sollte ich das Gefühl haben, das Album erfährt nicht ordentlich Resonanz, wäre das schon kontraproduktiv.
JAW: Schwer zu sagen, wir haben nicht viel Kontakt zurzeit. Ich glaub er hat kein Bock mehr auf Rap, aber bei ihm weiss man nie.
JAW: Wir haben auf jeden Fall einen guten Draht. Wir sind beide kreative Köpfe und es macht auch Spaß mit ihm zusammenzuarbeiten, weil es sehr ergiebig ist. Ich denke, wir haben auch recht ähnliche Musikgeschmäcker und ich habe einiges an Respekt für ihn übrig als Künstler wie auch als Mensch. Auf „Das Meisterstück Vol. 2“ kann man sich definitiv freuen.
JAW: In diesem Falle verweise ich wieder an ihn zurück!
JAW: Die EP erscheint! Er mag das vielleicht anders sehen, aber vielleicht denken wir ja in unterschiedlichen Sphären! In meiner hab ich recht, er in seiner!
JAW: Wie ich gestern feststellte, habe tatsächlich die Hälfte aller Tracks ich produziert. Den zweiten Großteil hab ich von Nowak und Peet bezogen, beides großartige Bastler. Dazu kamen noch je ein Beat von Blazin Hand und Cheebabeatz.
JAW: Mit der Droge hat es nichts zu tun und ich bin auch der Meinung, dass Kokain aus verunsicherten Menschen selbstüberzogene Jammerlappen macht. Deswegen Finger weg! Weisse Scheisse ist eine Plattform für ein paar zufällig weiße Gestalten, die ne Menge Hass, Humor, Trauer aber auch Ulk loswerden müssen, um nicht verrückt zu werden. Eine Art Mülleimer für überforderte Gehirne. Einerseits oft destruktiv, andererseits auch aufzeigend.
JAW: Auf jeden Fall wäre da noch meine EP mit Adolph Gandhi, welche sich „Volksmusik“ schimpft. Das Pvt. Paul Album müsste auch dieses Jahr rauskommen und eine ziemlich beängstigende Achterbahnfahrt durch psychische Abgründe darlegen, worauf ich mich persönlich relativ ausartend freue. Sonst sei mal noch nichts verraten, ich will ja auch endlich mal bisschen Abstand gewinnen wieder von der Rapkacke. Ich hab da noch paar andere Dinge zu erledigen...







