Interview: Suffatze Schulte
von Cracc
Im Juli veröffentlichte Suffatze Schulte sein zweites Album "Der Herr der Biere", dort wird mit Partysongs und Lebensweißheiten dem Thema Alkohol gefrönt. Vom Schlagercover "Sie riecht meine Fahne" bis zu Alkihymne "Kotzen macht Spaß" gibt es Suffmucke vom Feinsten. Was dahinter steckt und wie beliebt Atzen vor dem Reichstag sind, könnt ihr in diesem Interview erfahren.

Schulte: Ich würde Alkohol nicht als Bürde auffassen. Eher das Gegenteil. Die Last des täglichen menschlichen Wahnsinns kann man zeitweise ja nur im Vollsuff ertragen. Ich bin auch ehrlich kein Fan dieser ganzen Herr der Ringe - Scheisse. Während andere Menschen sich als kleine hässliche Hobbits verkleidet haben und ins Kino gepilgert sind, saß ich in meiner Stammkneipe und hab mich mit Jägermeister abgeschossen. Aber jedem sein Hobby!
Ich wollte das Album im Anfangsstadium auch erst „Filmriss“ nennen. In Anspielung auf die vielen Filmzitate auf der Platte. Aber „Der Her der Biere“ war mir dann doch aussagekräftiger.
Schulte: Ich bekomme jeden tag viele Nachrichten über Myspace oder meine E-Mail-Adresse. Die Resonanz gibt mir Recht, das weiterzuführen, mit dem ich angefangen hab. Beschwerden gab´s da überhaupt keine.
Schulte: Wenn ich jeden Tag so viel saufen würde, wie es in den Texten erzählt wird, wäre ich schon gar nicht mehr unter den Lebenden. Ich hab mit 13 Jahren angefangen zu trinken und hatte dann später während des Zivildienstes meine absolute Alki-Blütezeit. Da hab ich wirklich jeden Tag bis spät in die Nacht alleine in meiner Bude gezecht und bin dann nach 3 Stunden schlaf vollkommen besoffen auf Arbeit erschienen. Das hat mich teilweise schon erschrocken. Mittlerweile bin ich 26 und trinke natürlich immer noch. Jedoch beschränke ich das mit dem exzessiven Zechen auf ca. 3-4mal die Woche.
Ein Herr Beckstein hat als Bayrischer Politiker eh ein paar Gehirnwindungen weniger als andere Menschen. Ich selbst würde auch sagen, nach zwei Maß Puschwasser aus Bayern kann ich locker noch fahren, jedoch sind die Reaktionsfähigkeiten doch schon eingeschränkt und deshalb würde ich mich trotzdem nicht hinters Steuer setzen.
zugehörige VÖs:
Schulte - Der Herr der Biere (Album - 07/2008)
|
||
Schulte - Dipsomanie (Album - 12/2006)
|
Schulte: Ich hab bei „Der Herr der Biere“ auf eine bunte Feature-Mischung aus ganz Deutschland gesetzt. Leute, deren Mucke ich selbst feier und natürlich Atzen. Allen Feature-Gästen war aber natürlich klar, dass es sich hierbei um ein versoffenes Endprodukt handeln soll und haben dementsprechend auch ihre Texte geschrieben. Jeder trinkt halt mal gern nen Schluck aus Opas Hustensaftflasche.
Schulte: Das ist das schöne an meiner Musik. Alkohol verbindet! Dass heisst meine Hörerschaft reicht von Ratten-Lolle, der zugesoffenen und bettelnden Punkerin vor dem Ringcenter bis zu Ronny aus Hohenschönhausen mit seinem besten Freund dem Baseballschläger. Jeder zecht halt gerne... und da ich überhaupt nicht diesen Gangster-Ghetto-Hip-Hop-Chiiiiaaah-Prrrrät-Film fahre, weitet sich das Publikum vom ärmsten Säufer bis hin zum Bonzenkind aus. Ich finde das bemerkenswert.
Schulte: Schultheiss Pilsener ist und bleibt das ungekrönte Spitzenpils für den Gaumen. Wenn man allerdings das Preis-Leistungsverhältnis betrachtet, tendiere ich konkret zu folgenden Marken: Schloss Pils (Plus), Stier Pils (Netto) und natürlich Pilsator, ein Vorreiter des Billigbiers in Berlin und Umland.
Im Endeffekt trink ich jedes Bier gerne... bis auf Weizen. Das Zeuch ist mir einfach zu süß. Ein richtiges Pils.... eiskalt... schön herb. Das erfreut mein Gemüt und die Geschmacksknospen am meisten.
Schulte: Das war ein echter Polizist. Wir drehen mit unseren rosa Plastikstühlen, dem Ghettoblaster und dem Kasten Bier auf den Stufen des Reichstags und ahnen nichts böses. Auf einmal steht ein Mann in Uniform vor mir und faselt was von „Polizei Reichtagsgelände... wir fordern Sie hiermit auf die Videoaufnahmen sofort einzustellen“
Ich gehe stark davon aus, dass es den Herren nicht genehm war, dass die ganzen Touristen dachten alle Berliner wären asoziale Biersäufer die irgendwas von Plastikpalmen erzählen. Evtl. lag´s auch nur an der Lautstärke... ich weiß es im Endeffekt nicht wirklich. Aber der Drehtag war wirklich Spaß pur für alle Beteiligten.
Schulte: Erst einmal wird es in absehbarer Zeit ein Kollabo-Album von meinem Partner Epoz zusammen mit dem hochgeschätzten Herrn Olson Rough geben. Da kann man sich schon mal drauf freuen. Was meine musikalische Zukunft betrifft kann ich nur folgendes sagen: Ich werde weiterhin Mucke für alle Suffatzen da draussen machen... einfach Abwarten & Bier trinken!
besucht Schulte im Internet:
www.vollrausch-rekordz.de
www.myspace.com/suffatzeschulte



