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Interview: Sylabil Spill - „Komm Nicht Her. Ich Töte Dich.“

geschrieben am 09.11.2010
von Cracc

Seit 29. Oktober ist die EP „Komm Nicht Her. Ich Töte Dich.“ von Sylabil Spill auf dem Markt. Darauf gibt es erwartungsgemäß feine Battleraps zu hören, die sich gewaschen haben. Wie diese offensive Form der Reimkunst mit Jazzsamples zusammenpasst, was es mit dem Titel der EP auf sich hat und was von Sylabil Spill demnächst auf uns zu kommt, verrät er in einem kleinem Interview mit Bassdraft.

Sylabil Spill
Bassdraft: Deine neue EP trägt den Namen „Komm Nicht Her. Ich Töte Dich.“ Ist das eine Ansage an potentielle Battlegegner oder willst die Käufer verschrecken?

Sylabil Spill: Nee, weder das eine noch das andere. Vielmehr ist es ein Zitat von 'nem Typen, der mich vor langer Zeit bei einem Battle mit dieser Drohung versucht hat einzuschüchtern. Jedoch war ich schon auf der Bühne und hab die Aussage jedes Mal als Opener für Sprüche oder Freestylelines benutzt, die ich dem reingedrückt habe. Diesen Typen habe ich letztes Jahr gesehen und bevor ich ihn gegrüßt hab, meinte er "Komm nicht her. Ich töte dich!" Da ich zu der Zeit auf der Suche nach einen Titel für die Platte war, bediente ich mich dieser Aussage. Schlussendlich habe ich mich wieder über diese Aussage bzw. Drohung lustig gemacht, sie faktisch gekontert und entkräftet.

Bassdraft: Der Sound auf der EP ist wieder sehr durch Jazz-Samples und harte Beats beeinflusst. Hälst du extra nach solchen Beats Ausschau oder ergibt sich das einfach so?

Sylabil Spill: In erster Linie halte ich nach guten Samples Ausschau. Es hätten genau so gut auch Soul- oder Funkfragmente sein können. Dass die Sampleauswahl überwiegend jazziger geworden ist, ist reiner Zufall. Ich bin da nicht der Konzeptmensch. Ich mach' erstmal und entscheide dann am Ende spontan, was genommen wird und was nicht. Denn Samples hin oder her, das Entscheidende nach meiner Meinung ist das, was du sagst. Das Gesagte gibt dem Instrumental die richtige Note.

Bassdraft: In einem anderem Interview hast du gesagt, dass du z.B. keine Liebessongs machen würdest, weil das zu persönlich ist. Auch medial präsentierst du dich eher sparsam, auf deiner Internetseite findet man z.B. keine Biographie oder Fotos. Warum hälst du dich so bedeckt?

Sylabil Spill: Im erweiterten Sinne gebe ich ja schon durch das Gesagte was von mir preis. Nur bin ich keiner, der seine Privatsphäre oder sein Liebesleben bewusst der Außenwelt erzählt. Ich verurteile keinen, der das macht, nur für mich ist das nicht von Bedeutung. Was Bilder betrifft, bin ich sparsam, weil ich mit guter Musik strahlen will und nicht mit (super) Aussehen in der Öffentlichkeit. Wohl gemerkt, dass ich auch Videos habe, aber da präsentiere ich mich im Zusammenhang mit meinen Songs.

Bassdraft: Als ich dich das erste Mal auf einer CD wahrgenommen habe, war dein Rapstil sehr ausgereift und immer on Point. Wann hast du deine ersten Zeilen gerappt?

Sylabil Spill: 1996-97- irgendwo dazwischen.

Bassdraft: Auf HHV kann man lesen, dass die EP „Komm Nicht Her. Ich Töte Dich.“ eine Überbrückung zum neuen Album ist. Waren die Songs ursprünglich für das Album gedacht?

Sylabil Spill: Nee! Ich hab einfach Songs gemacht und irgendwann gesagt: "Die Acht werde ich für eine EP verwenden". Ich hatte Lust, mal wieder eine EP zu machen und hab es gemacht. Nicht lange rum gedacht.

Bassdraft: Wie weit sind die Arbeiten zum neuen Album fortgeschritten?

Sylabil Spill: Das Album ist eigentlich fertig. Aber ich muss da noch warten. Was heißt muss: Ich habe da noch andere Projekte, die den Weg für  „Steine & Zwiebel“ dreckig machen müssen. Vor Sommer wird die Lyrische Boxerei „Steine & Zwiebel“ nicht kommen. Da werde ich persönliches preisgeben......von den anderen natürlich.

Bassdraft: Da du auch ein Teil der Beleidiger bist. Wird es in dieser Konstellation in absehbarer Zeit neues Material geben?