Review: B-Lash - „Tränen“
von Cracc
Der Berliner Rapper und Producer mit iranischen Wurzeln begann im Bassboxxx-Umfeld und war danach Gründungsmitglied bei Adrenalin Musik. Dort erschien 2005 sein erstes Soloalbum „Regen“. Seit 2006 treibt er mit 187Beatz zusammen mit Superfunk seine Vorstellungen musikalisch wie textlich weiter voran. Nun veröffentlicht B-Lash nach der Kollabo mit MC Bogy und dem kostenlosen Appetizer „Bevor die Tränen fließen“ sein zweites Soloalbum „Tränen“.

Wie schon auf seinen vorangegangenen Releases bestimmen Westcoast Sounds das Gesamtbild. Die Karte des nahe liegenden Gangsterstyles zieht B-Lash natürlich, bietet aber insgesamt durch den konkreten Bezug auf sein Umfeld und lokale politische Fragestellungen weit mehr. B-Lash zeichnet von seiner Hood Kreuzberg zwar ein überzeichnetes Bild, verliert sich aber nicht in Floskeln und man merkt, dass die Texte persönlichen Erfahrungen entspringen. Bei „Hey (Der große Bruder überwacht)“ ist auf den ersten Blick eine typische Gangsterode, zeigt dann aber auf ironische Weise den wahren Gangster im Hintergrund, der alle überwacht. Dazu fließen Sichtweisen („Wargames“/„Ich gehe meinen Weg“) ein, die man einerseits mit Verschwörungstheorien abtun kann, andererseits Stoff für Gedankenspiele bieten und damit die Sichtweise erweitern. Neben Rudi Dutschke werden verschiedene Originalzitate in die Songs eingeflochten und untermauern die Logik von B-Lash. Im zweiten Teil des Album widmet sich B-Lash seinem lokalen Umfeld und seinem Status („Freihet“) darin. Deutscher G-Funk entwickelt mit „Tränen“ eine eigene Ausprägung sehr hohem Niveau. Empfehlung!
