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Review: F.R. „Wer bist du?“

geschrieben am 19.05.2010
von Cracc

Seit F.R. als 14-jähriger 2004 für sein erstes Album „Mundwerk“ als deutsches Rap-Wunderkind gefeiert wurde, muss er gegen die entsprechenden Erwartungen und Vorurteile ankämpfen. Nach dem bestanden Abi konnte sich F.R. nun komplett auf die Musik konzentrieren und ist mit seinem vierten Album „Wer bist du?“ zurück. Wie im Titel angedeutet, unternimmt F.R. eine Selbstfindung.

F.R. - Wer bin ich? Bild Vorderseite

Er kreiert auf hohem sprachlichen und technischen Niveau ideenreiche Bilder, weicht aber auf andere Personen aus, wenn es zu intim wird. Zwischen Retrospektive und der typische Selbstdarstellung werden zwar die täglichen Probleme von F.R. sichtbar, die Ecken und Kanten seines Ichs bleiben aber zwischen den Zeilen versteckt. Produziert haben fast komplett die Beetgees, die neben Sido oder Massiv auch für Culcha Candela oder Rosenstolz hinter den Reglern saßen. So tritt F.R. bei „Bändige Beats“ als Dompteur mit Augenzwinkern auf: Schnelle Raps folgen dem Beat, bei sanften Stelle beschwört er ihn durch Singen. Die Unberechenbarkeit der Beats (Tiere) sind durch die perfekte Show allerdings nicht erkennbar. Die Harmonien sind stets charttauglich und das ist das Problem am Album: Die Individualität wird glattgebügelt. Selbst der dreckig klingende Beat von Farhot („Ellenbogen raus“) wird durch Streicher aufgewertet und einen gesungenen Refrain ins Schema gepresst. „Excess All Areas“ bricht aus diesem Raster aus, F.R. erklärt sich nicht selbst und bringt einfach eine Livebombe. Insgesamt geht F.R. mit „Wer bist du?“ zu deutlich in Richtung Mainstream und verfängt sich in seiner eigenen Unentschlossenheit.