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Review: King Orgasmus One – „La Petite Mort 2 (Moderne Sklaverei)”

geschrieben am 25.08.2010
von Cracc

Manuel Romeike kehrt nach seinem seichter angelegten Imbiss Bronko zu seinem harten Underground-Alterego King Orgasmus One zurück. „La Petite Mort 2“ ist harter West-Berlin Battlerap, der so zur Zeit selten geworden ist. Die schmale Gradwanderung mit dem neuen Album wieder auf Index zu landen, hat die meisten langeingesessenen Rapper vorsichtiger werden lassen. Zumal große Mediaketten mit Strafzahlungen in empfindlicher Höhe drohen, falls die neuen Alben wieder aus dem Programm genommen werden müssen. Orgi testet diese Grenzen mit diesem Album neu aus.

King Orgasmus One - La Petite Mort 2, Moderne Sklaverei Bild Vorderseite

Durch die deutliche Sprache („Rattatta Peng“/„Ficken, Ficken, Ficken“) wird das Gremium auf jeden Fall wieder zusammentreten, wird den Kontext aber anerkennen, der den Giftschrank nicht zulässt. „Chefetage“ spitzt allgemeine soziale Strukturen durch Orgis egoistische Augen zu und taugt damit sogar zur Systemkritik. Die Featureliste lässt altbekannte Allianzen (Hengzt, Silla) auferstehen, aber auch durch neue Konstellationen (Farid Bang, Marteria) aufhorchen. Der Song „MfG“ zusammen mit Materia ist zwar schon bekannt, zeigt ganz klar Orgis Fähigkeit sich neuen Strömungen zu öffnen, aber dennoch dem Ganzen seinen Stempel aufzudrücken. Musikalisch passt das Konzept genauso: harte, straighte Beats werden durch unkommerzielle Soundkullisse in Szene gesetzt. „Stirb langsam“ sticht dabei heraus, dramatische Streicherparts treiben die Parts von Silla und Orgi an. Und wer hätte schon mit einer Blokkmonsta Hook gerechnet?