Review: Kitty Kat – „Pink Mafia“
von Cracc
Als Kitty Kat vor knapp zwei Jahren ihr erstes Album auf den Markt brachte, war dieses noch sehr von ihrer Aggro Berlin Zeit beeinflusst, schon allein durch das Feature von Sido. Auf "Pink Mafia" hat sich ihre Außenwirkung verändert, das Straßenimage wurde zurückgeschraubt und Kitty setzt nun verstärkt auf ihre weiblichen Qualitäten. Demensprechend ist auch die Musik auf ihrem zweiten Album „Pink Mafia“ weichgespülter. Als Featuregäste sind Megaloh, Chefket, Xavier Naidoo und Rap Major vertreten und auch diese Gästeliste lässt bereits eine gewisse Veränderung erkennen.

Los geht’s mit „Fliegen üben“. Anfangs bleibt der Beat, über den Kittys autogetunete Stimme gelegt ist, noch schlicht, im Refrain zieht das Tempo dann dank Drum´n´Bass-angehauchter Unterlegung an. Megaloh bringt mit seinem Part die notwendige Steigerung und macht den Song rund. „Fliegen üben“ ist also zu Recht die erste Single-Auskopplung. In dieser Weise schließen sich „Endgeil“, „D.I.V.A.“, „Jetzt“ und „Mörderpuppe“ an, tanzbar und zum Feiern in der Disse geeignet. „Nie Geliebt“ hebt sich dagegen durch einen Old School Electro-Beat ab. Auf „Jag Ihn Hoch“ war ich von Anfang an am meisten gespannt, da das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Kitty Kat und Chefket nur schwer vorstellbar war. Das Instrumental enthält Samples von Cypress Hill und geht im Gegensatz zu den anderen Songs deutlicher in Richtung klassischer HipHop. Chefket liegt genau wie Megaloh deutlich über dem Flowniveau von Kitty Kat, sein Part wirkt aber sehr belanglos und deplatziert. „Was wäre wenn“ ist eine Ode an längst vergangene Rock´n´Roll-Zeiten mit einer beschwingten Melodie und Kuscheltext – hier ist die Anbiederung an den Mainstream dann so sehr auf die Spitze getrieben, dass mir schlecht wird. Bei „Verzeih mir“ rappt Kitty Kat einen sehr persönlichen Text zum Thema Abtreibung und die anhaltenden Gewissenbisse – verbunden mit der niedlichen Melodieführung im Refrain wird dieses ernste Thema sogar radiotauglich. Danach schlägt der Kotzfaktor wieder richtig zu: „Kinder dieser Welt“ besingt die Armut der Welt und wenn wer bei Refrain die Faust hebt, wird ganz sicher daran mitwirken, dass sich daran etwas ändert. Bei „Was bringt Unsere Liebe Um“ gibt Xavier Naidoo Unterstützung und lässt das größte Manko von Kitty Kat offensichtlich werden: Sie kann nicht singen und hat kein Stimmvolumen. Deshalb geht sie bei diesem Song gnadenlos unter. Dieses Album ist bis auf „Fliegen üben“ so dermaßen unempfehlenswert, dass es garantiert ein kommerzieller Erfolg wird.
