Review: Laas Unltd. - „Backpack Inferno“
von Cracc
Laas Unltd. ist mittlerweile ein gefühlte Ewigkeit am Ball und veröffentlicht mit „Backpack Inferno“ sein drittes Album. Der große Durchbruch ist ihm bis jetzt nicht gelungen, obwohl ihm seit dem zweiten Album „2.0 Action Rap“ die Unterstützung von Kool Savas zu Teil wird, der ihn auch auf dem Hit „Der Beweis 2“ sein Können zeigen ließ. Auf „Backpack Inferno“ gibt es außerdem Schützenhilfe von Sido, Harris, Kaas und Hamburger Newcomern Cronik & Coscash. Produziert haben Absturz City und Monroe.

Der Opener „Laas Man Standing“ fungiert als Intro und Kool Savas bringt im Refrain den nötigen Druck, um die lässigen Raps von Laas und den minimalen Sound als Rückmeldung in das nötige Spotlight zu rücken. Der Titelsong „Backpack Inferno“ erklärt den Albumtitel, wirkt aber aufgesetzt, da das erwartete Inferno zu einem groovenden Sommerabend mutiert. „Alles Gut“ erweckt den Eindruck extra, um das Albumthema zu unterstützen, produziert worden zu sein: Ein funkiger Beat, plus zwei bekannte Featuregäste (Sido und Harris) verpuffen durch Beliebigkeit, da erstens zu keinem der drei Rapper das Rucksackthema passt und die Strophen zu allgemein sind, so dass sie jeder hätte verfassen können. Zu echter Hochform läuft Laas Unltd. bei Songs auf, bei denen er sich nicht selbst erklärt, sondern Storytelling und sein „Assi“-Leben zelebriert: „GZSZ“, „Verkackte Kindheit“, „Superdaddy“ oder „Großer Bruder“ sind deshalb die wirklichen Höhepunkte. „Hippie Görl“ kann durch einen witzigen Text, Oldschool-Electro-Beats und einen unglaublich eingehenden Refrain begeistern. Als Abschluss projiziert Laas Unltd. mit „Traumtänzer“ ein ungeschöntes Bild seines Rapperdaseins und wirkt melancholisch, wie der Abspann bei einem Film, der durch großartige Szenen nachwirken wird, aber der Titel weiterhin unklar ist. Nur teilweise hörenswert!
