Review: Mr. Mick - "Auf & Ab LP"
von Cracc
Die erste Veröffentlichung auf dem Berliner Label SpokenView ist ein alter Bekannter: Mr. Mick – ehemalig Kaputtnix Crew und PDM. Wer seine Veröffentlichungen „Meistens“ (12“/2001) und „Mick´s Wortlos EP“ (EP/2002) kennt, weiß worauf man sich freuen darf: kraftvolle Beats, jazzig–relaxte Sounds und Texte, die mehr zu bieten haben als leere Worthülsen. Die besten Voraussetzungen für ein Debutalbum.

Begrüßt wird man im Intro mit „Ladies and Gentlmen“ - „Keep Movin“ - „Hip Hop“ Sprachsamples. Die Richtung ist damit bereits klar. Der erste Song „Allein in Berlin“ thematisiert die gesellschaftliche Unzufriedenheit ohne Lösungswege, musikalisch dazu passend gedrückte Piano und Bläsersounds. Mit „Lebender Rap“ gibt die Hop Hop Kultur ein Lebenszeichen von sich und beschwert sich über die Kommerzialisierung. Um die Veränderungen, die Berlin seit der Nachwendezeit erfahren hat, geht es in „Mein Kiez“. Untersützung erhält er dabei von Marcello, der sich dem Thema schon mehrfach gewidmet hat. „Imagez Iz Allet“ fällt mit französisch anmutenden Akkordionsounds voll aus dem Rahmen und wirken wie eine das ironische I-Tüpfelchen zum Text, der mit der Battle- und Imagekultur in der Rapszene beschäftigt. „Ostler“ kracht mit einem treibenden Beat und einem exzellenten Feature von Chefkoch rein und wirkt nur da überzeugend. Musikalisch hält das Album alle Erwartungen: sauber produzierte, kickende Beats und abwechslungsreiche jazzige Sounds. Thematisch bleibt Mick zu oft beim Hip Hop und den Elementen hängen und schränkt damit die Zielgruppe sehr ein. Persönliche Akzente und Standpunkte zu allgemeinen Themen hätten dem Album mehr Profil gegeben, was ich bei dem Titel „Mick´s Auf & Ab“ auf jeden Fall erwartet hatte.
