Review: Pilskills - "Das Album von Pilskills"
von Cracc
Seit 1996 senden Bagman, Dehfone und Ossi Osker alias Pilskills aus Berlin/Friedrichshain permanent musikalische Zeichen in den Äther. Dabei sind u.a die Vinyls „Zum Mitnehmen EP“ (EP,2000), „Legere“ (12“,2001) und die Splitsingle „50/50 / Disko in der U-Bahn“ (7“,2005) entstanden. 11 Jahre hat man sich demnach also Zeit gelassen, das erste Album zu veröffentlichen.

Stilistisch hat dieses Album, obwohl es aus Berlin kommt, nichts mit Gangster-Proll-Diss-Gelaber zu tun. Thematisch behandeln die Pilskills den Alltag (Friedrichshain, Frauen, Bier, Musik, Lügen usw.), der in lustige Reime und Partymusik verpackt wird. Musikalisch setzt das Album überwiegend auf organische Funksounds und steht damit eher in der Tradition des amerikanischen Oldschool-Raps vom Anfang der 80iger als aktueller Jiggy-Produktionen. Dazwischen findet man vom klassichen Hip Hop Beat über Partykracher bis zu Drum`n`Bass alles. Dadurch ist das Album immer abwechslungsreich und wird nie langweilig. Als Anspieltipps hebe ich trotzdem „Die Worte Deiner Lügen“ (feine Samples und intelligenter, ironischer Text) und „Es tut so weh“ (gedrückte Stimmung, dennoch nicht deprimierend) heraus. Obwohl ich das Album erst Mitte Dezember bekommen habe, gehört es zu meinen meistgespielten Alben 2006. Eine Punkt Abzug gibt es lediglich bei den Rapskills, da dort die Messlatte in Deutschland etwas höher liegt. Empfehlung!
